Jesus, Jungfernzeugung und Stammzellforschung

Dezember 24, 2007

Alle Jahre wieder feiert der gemeine Christenmensch die Geburt einer seltsamen Gestalt: Jesus. Im Grunde kennt jeder die Widersprüche, die sich um den Mythos des Messias ranken. Von der Fehlinterpretaion, dass Maria eine Jungfrau gewesen sei (statt einer jungen, verheirateten Frau) oder das Jesus ein Nachfahre des legendären König Davids sei (dessen Historizität man bezweifeln darf und die in den Evangelien angegebenen Stammbäume von David zu Josef, die sich in Anzahl der Generationen widersprechen und kaum namentliche Übereinstimmungen aufweisen). Dann kann man natürlich noch sagen, dass weder die Volkszählung noch der Kindermord des Herodes jemals stattgefunden haben. Und die drei Weisen aus dem Morgenland sind doch relativ erbärmliche Plagiate aus dem Zarathustra-Kult und die Massenspeisungen mit einer Handvoll Brot und ein bisschen Fisch, stimmt sowohl was die Nahrungsmittel, als auch die Zahl der Menschen angeht exakt mit einer Episode des Gilgamescheposes überein.

Doch nehmen wir einmal für einen kurzen Moment an, die Geschichte von Jesus wäre in allen Einzelheiten korrekt, was ja überraschend viele, sich selbst als intelligent bezeichnende Menschen heute noch tun. Welche Aussage trifft sie? Welche Bedeutung soll ihr zukommen? Und: Welche Vorstellung von Moral vermittelt sie?

Ghostbusters!

Im Grunde ist die Geschichte ja schnell erzählt: Gott liebt die Menschen über Alles und ist über den Sündenfall sehr betrübt. Daraufhin beschließt er seinen „menschlichen“ Teil in Maria zu „pflanzen“. Neun Monate später kommt der kleine Menschengott Jesus zur Welt (nach der koranischen Weihnachtsgeschichte kommt der kleine Jesus zwar als Baby, aber schon mit der Fähigkeit zu sprechen und die Ungläubigen zu verdammen auf die Welt). Der kleine Jesus, halb Mensch, halb Gott, entpuppt sich schnell als Messias, der von den Weisen aus Persien und später von Johannes dem Täufer als solcher erkannt wird. Er zieht predigend durch das römisch besetzte Galiläa (heute Israel, vormals Palästina) und vollbringt zahlreiche, mehr oder weniger beeindruckende „Wunder“. Dann wird er verraten und zur Tilgung der Erbsünde (durch das Essen eines Apfels von Adam verursacht) an einen Baumstumpf genagelt und verstrirbt nach wenigen Stunden. Dann das „Wunder“: Sein Leichnam verschwindet, er ist „wiederauferstanden“.

Nun gut. Beantworten wir nun oben erwähnte Fragen. In erster Linie soll die Geschichte zeigen, wie sehr Gott die Menschen liebt, indem er in einem bedeutungslosen Teil des Römischen Reiches sich selbst inkarniert und sich hinrichten läßt, um dann wieder aus dem Grab zu kriechen und zu erklären, wer die Geschichte glaubt sei frei von der Erbsünde. Warum ein allmächtiger Gott so einen Quatsch macht sei dahingestellt. 

Doch welche Moral vermittelt diese Geschichte? Schauen wir einmal ins Alte Testament. Dort findet sich das Motiv der Kindsopferung ebenfalls. Zum einen wäre da die Geschichte von Abraham und Isaak. Der postsenile Abraham erhält den göttlichen Auftrag seinen Sohn Isaak zu töten und erst in letzter Sekunde wird er von Gott himself wieder davon abgehalten; „War nur’n Test, A.B.!“ Weniger Glück hatte da der Heerführer Jeftah. Als die Juden wieder einen ihrer nervtötenden Kleinkriege gegen einen Nachbarstamm führten und sie zu verlieren drohten, versprach Jeftah seinem Gott, wenn sie gewinnen, dass erste lebende Wesen zu opfern, dass ihm von seinem Hof entgegen käme. Jetzt läuft die Geschichte wie gehabt: Jeftah gewinnt die Schlacht, kehrt heim und ach oh Wunder seine Tochter eilt ihm entgegen. Jeftah erklärt ihr den Sachverhalt und schon lässt sie sich von ihrem Vater auf koschere Art und Weise die Kehle durchschneiden und auf dem Scheiterhaufen verbrennen. In diesem Sinne ist der Kreuzestod Jesu nur die Fortsetzung dieser älteren Geschichte von Menschenopfern. Man kann sagen: Erst kuckt Gott, ob jemand blöd genug ist sowas zu machen, dann lässt er es machen und zum Schluss macht er es mit sich selber, also die Kindsopferung . . .

Doch welche Moral vermittelt uns diese Geschichte? Offensichtlich ist es Gottes Wille, die eigenen Kinder im Dienste einer höheren Sache zu opfern. Davon abgesehen, dass niemand ausser Selbstmordterroristen diese Moral tatsächlich ernst nimmt und in die Tat umsetzt, scheint doch der christliche Einwand gegen embryonale Stammzellforschung auf relativ wackeligen Füssen zu stehen. Folgt man dieser moralischen Schlussfolgerung, die sich, wenn man die Bibel ernst nimmt, unweigerlich aufzwingt, müssten es gerade christliche Paare sein, die embryonale Stammzellen massenweise der medizinischen Forschung zur Verfügung stellen, um im Dienst der Heilung Kranker ihren christlichen Dienst zu leisten.

In diesem Sinne: Auf, auf Ihr Christenmenschen, gebet Eure Kinder zum Wohle Eurer Nächsten!

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Mohammed, der kleine Teddybär

Dezember 11, 2007

Mohammed, der kleine, missverstandene Schmusebär meldet sich endlich zu Wort. Bitte schön: