Heidenspass statt Beerdigungstimmung

MÜNCHEN. (hpd) Am Karfreitag 2007 durfte in München keine „Heidenspaßparty“ stattfinden. Sie wurde auf Betreiben des Erzbischöflichen Ordinariats vom Kreisverwaltungsreferat schlicht verboten.

Der Veranstalter, der Bund für Geistesfreiheit München, möchte dieses Verbot – genauer gesagt: die aktuelle Rechtslage gemäß dem Bayerischen Feiertagsgesetz –, nicht hinnehmen und hat mit Unterstützung der Giordano Bruno Stiftung gegen die Bayerische Landeshauptstadt Klage eingereicht. 

So berichtete hpd-online am 20. November. Den ganzen Artikel können sie hier nachlesen.

Seltsam ist sie schon, die deutsche Rechtslage. Auf der einen Seite gibt es soetwas, was man als staatliches Neutralitätsgebot bezeichnen könnte, auf der anderen Seite gibt es solche absurden Gesetze, die Feiertage irgendwelcher Religionsgemeinschaften „schützen“. Der Staat macht sich hier zum Handlanger „religiöser Gefühle“, die es nach Möglichkeit nicht zu verletzen gilt. Doch was ist mit anderen Feirtagen? Zuckerfest, Passahfest, chinesisches Neujahr? Warum werden die einen geschützt, die anderen nicht? Und was ist überhaupt mit dem mehr als weltlichen Fest Kwanzaa?

Man kommt nicht umhin, hier von einer unzulässigen Verquickung von Staat und (christlicher) Kirche zu reden. Fast könnte man von mafiösen Strukturen sprechen; doch halt! Da wähnen sich doch bestimmt wieder „religiöse Gefühle“ verletzt. Also schützen wir alle Feiertage von Religionen, die in unserem Land vorkommen. Wenn sie jetzt meinen, dann würden wir alle zu Grunde gehen, weil es keine Werktage mehr gäbe. Nun dazu muss ich ihnen sagen: Pfui, haben sie gefälligst Respekt vor den „religiösen Gefühlen“ ihrer Mitmenschen, sie bösartiges Subjekt!

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